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Rechte des Fotografen bei unerlaubte Verwendung eines Foto/Bild - Abmahnung, Unterlassung und Schadensersatz


Verwendung im Internet oder in Printmedien kann durch Abmahnung, Unterlassung und Schadensersatz genahndet werden

Sie sind Fotograf und haben beim Durchblättern einer Zeitung / Zeitschrift oder  beim Surfen im Internet ein von Ihnen gefertigtes Foto / Bild auf einer privaten oder kommerziellen Homepage entdeckt, ohne als Fotograf namentlich als Urheber benannt zu werden oder einer Nutzung bzw. Veröffentlichung zugestimmt zu haben. Wahrscheinlich hatten Sie von der Verwendung Ihrer Fotografie Ihres Bildes nicht einmal Kenntnis. Dann stehen Sie nicht allein dar. Im Zeitalter des Internets kommt es immer häufiger zum „Bilderklau“.

Aufgrund der teilweisen Unkenntnis von der unerlaubten Nutzung der Fotografie / Bild des Fotografen bleiben diese Urheberrechtsverletzungen in vielen Fällen unentdeckt, weshalb die Zahl der Urheberrechtsverletzungen mangels Aufdeckung immens hoch ist. Die Schäden für die Fotografen gehen in die Millionen.

Der Verletzer ist sich in den meisten Fällen einer Urheberrechtsverletzung gar nicht bewusst, weil er irrtümlich davon ausgeht, dass er die im Internet gefundenen Bilder einfach mit der Funktion copy and paste (kopieren und einfügen) verwenden kann, ohne den Fotografen als Urheber vorher um die Erlaubnis zur Nutzung der Fotografie / Bild zu bitten oder ihn zumindest als Urheber zu benennen, geschweige denn ihn für die Nutzung des geschützten Fotos entsprechend zu vergüten. Diese Unwissenheit schützt ihn aber nicht von dem Fotografen als Urheber in Anspruch genommen zu werden.

Welche Rechte haben Sie als Fotograf und somit als Urheber einer Fotografie /Bild, wenn Sie entdecken, dass dieses unberechtigt verwendet wird?

Sie müssen diesem Bilderklau nicht tatenlos zu schauen. Sie haben als Urheber die Möglichkeit im Rahmen einer Abmahnung folgendes vom Verletzer zu verlangen:

  • sofortiges Unterlassen der verletzenden Handlung
  • die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung zu Ihren Gunsten
  • die Zahlung von Schadensersatz.
  • sowie die Erstattung der für die Verfolgung entstandenen Rechtsanwaltskosten

Zur Berechnung der Höhe des Schadensersatzes hat der Fotograf als Urheber drei Optionen:

  1. Es wird der konkret entstandene Schaden geltend gemacht, der in den meisten Fällen allerdings schwierig zu beziffern sein wird.
  2. er verlangt die Herausgabe des entgangenen Gewinns. Aber auch dieser wird in vielen Fällen schwer zu berechnen sein.
  3. Aus diesem Grund wird regelmäßig der Schaden im Wege der sog. Lizenzanalogie ermittelt. Danach ist derjenige Lizenzbetrag zu zahlen, den der Verletzer für die Nutzung des Bildmaterials an den Fotografen hätte zahlen müssen, wenn beide Parteien einen normalen Lizenzvertrag geschlossen hätten. Der fiktive Lizenzbetrag kann zum Beispiel anhand der aktuellen MFM-Bildhonorar-Tabelle ermittelt werden.
  4. Zu dem muss bei der Berechnung berücksichtigt werden, ob bei der unbefugten Verwendung des Bildes der Fotograf zumindest als Urheber genannt wird. Darauf hat der Fotograf als Urheber gem. § 13 UrhG einen Anspruch. Ist der Urheberrechtsvermerk nicht angebracht oder wurde sogar vorsätzlich entfernt, folgt eine Erhöhung Ihres Anspruchs auf Schadensersatz um 100%, sog. Verletzerzuschlag.

Sie haben als Fotograf und Urheber Ihrer Bilder somit das Recht auf Ihrer Seite. Bilderklau ist kein Kavaliersdelikt! Schon gar nicht, wenn Ihre Bilder kommerziell durch den Verletzer genutzt werden. Denn in diesem Fall soll mit Ihren Bildern ohne Ihre Zustimmung Profit erzielt werden, ohne dass Sie davon in irgendeiner Art und Weise partizipieren. Der Verletzer bereichert sich somit auf Ihre Kosten.

Falls Sie als Fotograf eine unerlaubte Nutzung Ihrer Fotografie / Bild entdeckt haben, sollten Sie diese Urheberrechtsverletzung nicht anstandslos hinnehmen. In diesem Fall sollten Sie sich an einen Anwalt Ihres Vertrauens wenden, der den Nutzer auf die Urheberverletzung und die unerlaubte Nutzung im Rahmen einer Abmahnung hinweist und ja nach Ihren Wünschen entweder zur Unterlassung samt Schadensersatz auffordert oder einen rückwirkenden Lizenzvertrag für die Nutzung mit dem Verletzer schließt. Bitte beachten Sie dabei, dass die Kosten der Abmahnung grundsätzlich der Abgemahnte als Rechtsverletzer trägt, so dass Sie kein Kostenrisiko tragen, sondern allein Ihre Rechte als Urheber wahren.


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RA Sascha Kugler